Zwischen Verlust und Distanz: Wie Anja den Kontakt zu ihrer Familie wiederfand

Shownotes

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Host: @Theresa.Keller

Podcast: @⁠⁠gesprächemitmutigen

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00:00:02: Hallo, willkommen bei Gespräche mit Mutigen.

00:00:04: Ich bin Teresa und die Gastgeberin dieses Podcasts.

00:00:08: Meine heutige Gästin ist Anja.

00:00:10: Mit ihr spreche ich über ein sehr emotionales und persönliches Thema.

00:00:16: Vor circa fünfzehnzig Jahren ist Ihr Bruder nach einem Jahr Diagnose an Krebs gestorben.

00:00:24: In den Jahren danach

00:00:26: hat sie sich

00:00:27: von ihren Eltern distanziert obwohl sie davor eigentlich eine sehr gute Beziehung mit ihnen hatte.

00:00:34: Lange konnte sie nicht darüber sprechen, wie sich nach dem Tod ihres Bruders gefühlt hat.

00:00:41: Nach Jahren des Schweigens fasste sie dann endlich den

00:00:43: Mut und sprach

00:00:45: ihre Mutter darauf an.

00:00:48: In dieser Folge erzählt sie mir davon... Wenn du an deinen Bruder denkst bevor das alles passiert ist was es da ne schöne Szene dir sofort in den Kopf kommt?

00:01:12: Mein Bruder hat mich immer sehr verteidigt.

00:01:14: Also das weiß ich jetzt noch mal, sind beide auf die gleiche Schule gegangen in unterschiedlichen Klassen, aber gleicher Jogger und er hat immer gesagt wenn irgendwas ist soll ich zu ihm kommen.

00:01:24: also wenn mich irgendwie Jungs ärgern oder ja er war so immer ein bisschen mein Beschützer.

00:01:30: ja und das finde ich eigentlich nach wie vor eigentlich noch sehr schön

00:01:35: War dein älterter Bruder oder jüngerer Bruder?

00:01:37: Der war ein Jahr

00:01:38: älte Und ihr wart zu zweit?

00:01:41: Genau.

00:01:44: Was war er für ein Mensch?

00:01:47: Er hat das Leben geliebt, also er war wirklich ... Ich glaube einfach so was ich jetzt noch weiß, er hatte eine Klicke in den jungen Jahren.

00:01:58: Also jeder hatte seine eigene Klickel.

00:02:01: Und ja, gefeiert und was halt so Jungs einfach auch in dem Alter dann machen.

00:02:05: In der Jugend rumgefahren.

00:02:07: Er ist immer gerne viel unterwegs gewesen und Motorrad gefahren auch.

00:02:14: Du hast jetzt gerade schon gesagt er war ein bisschen der Beschützer von dir und hat auf dich aufgepasst.

00:02:20: wie war eure Beziehung?

00:02:22: So und magst du vielleicht nochmal seinen Namen nennen?

00:02:25: Martin Genau Ich denke so einfach, wie die Geschwister sind.

00:02:33: Wie wir noch Kinder waren schon immer raushängen lassen, dass er das Stärkere und der Ältere ist.

00:02:39: Darf ich dann schon manchmal drunter gelitten?

00:02:41: Das muss ich schon sagen.

00:02:43: Er hat mich schon auch gerne geärgert oder gefobbt oder so gestichelt.

00:02:48: Es konnte er ganz ruhig nicht auf die Präime bringen bis ich dann Fuchster fürs Wild war.

00:02:52: Also das habe ich schon gern gemacht, aber auch später.

00:02:56: Da gab es schon lustige Zähnen!

00:02:58: Silvester war, da war ich dann hochschwanger.

00:03:00: Das weiß ich noch.

00:03:01: Ich habe eine Silveste bei meinen Eltern gefeiert also bei unseren Eltern und er hat irgendwie was gesagt und ich war dann total sauer.

00:03:08: Ich war natürlich auch hormonmäßig jetzt nicht gerade die ruhigste.

00:03:12: Dann ist es irgendwie etwas voll über einen Abendessenstisch, Silvestertischgeflugung.

00:03:17: So weiss ich noch!

00:03:19: Ich war sehr impulsiv und ja wusste auch wie man das so machen kann dass sich dann explodieren.

00:03:24: Ja das wusste er

00:03:26: Und da hat er auch ein bisschen Freude daran gehabt.

00:03:28: Ja, ich glaube schon!

00:03:36: Weil du jetzt gerade gesagt hast an Silvester Du warst Hochschwanger?

00:03:40: Wann war das?

00:03:42: Das müsste dann Silvesta von Siebenundneinzig auf Achtundneunzig gewesen sein.

00:03:51: Und da wart ihr mit deiner Familie also mit deinen Eltern.

00:03:54: und wer war da dabei?

00:03:56: Ja genau, also das ist eine gute Frage weil anscheinend... Ich weiß es gar nicht mehr so richtig.

00:04:01: Also ich weiß dass Unsere Eltern und er war mir so, das weiß ich noch am Tisch tatsächlich so gegenübergekommen.

00:04:07: Aber ich weiß auch gar nicht warum wir da nur zu viert waren.

00:04:11: Das weiß ich auch gar nichts mehr.

00:04:13: Wo war unsere Partner?

00:04:15: Ich weiß es nicht mehr!

00:04:18: Okay.

00:04:19: Vielleicht waren die da und ich weiß es nur nicht

00:04:21: mehr.

00:04:22: Vielleicht saßen sie neben dir, deswegen war der Blick...

00:04:25: Der Blick war auf jeden Fall ihm gegenüber weil er hat mich geärgert oder hat irgendwas gesagt was mir zu Weißglut gebracht hat das weiß ich noch.

00:04:35: Wie war das so?

00:04:36: Ich meine okay jetzt in dieser bestimmten Szene war natürlich dass mit der zur Weiß Glut bringen aber eure Familie also ihr zu viert.

00:04:44: wie kann ich mir das vorstellen?

00:04:48: War das so für eine Atmosphäre bei euch?

00:04:54: Also mein Vater war sehr viel auch unterwegs, politisch.

00:04:59: Und ich würde jetzt nicht sagen Zulog geerzogen aber wir hatten schon viele Freiheiten und durften selber ... Wir haben eine sehr diskutierfreudige Familie gehabt, es wurde immer alles ausdiskutiert und viel geredet.

00:05:17: Und wir hatten von unseren Eltern schon sehr viele Freiheiten zu sagen ja ihr müsst gucken wie ihr leben wollt und was ihr machen wollt.

00:05:26: Es gab schon gewisse Grenzen oder so Randbegrenzungen.

00:05:31: also das ist okay dass nicht mehr.

00:05:32: aber ansonsten sind wir nicht super streng erzogen worden.

00:05:36: Das kann man nicht sagen.

00:05:38: Wie würdest du die Beziehung zu deinen Eltern beschreiben?

00:05:42: Tatsächlich, also in der Kindheit auch in der Pubertät eigentlich bis zu dem Zeitpunkt als Martin verstorben ist hatten wir ein schönes Familienleben.

00:05:52: Es war wirklich ja doch ein gutes Leben.

00:05:57: Also man hat sich auch Sachen an vertraut und ich meine gut vielleicht eine Eltern erzählt man dann nicht alles?

00:06:06: Ich

00:06:07: habe schon viel meinen Eltern anvertraut und es war ein gutes Vertrauen.

00:06:18: Wobei ich aber tatsächlich auch schon sagen muss, weil ich ja jetzt mit meinem Partner der Martin heiße tatsächlich auch viel darüber spreche wie viel Offenheit ist man erzogen viel über die Gefühle zu sprechen und das glaube ich so bin nicht unbedingt verzogen worden, dass man jetzt wirklich viel über sich selber und seinen Gefühlen spricht.

00:06:46: Also das müsste ich sagen Nein, das haben wir nicht gelernt.

00:06:52: Okay auf diese eine Frage möchte ich später noch eingehen.

00:06:56: nochmal kurz zurück also bevor dieses schlimme Ereignis war mit deinem Bruder wie warst du da als Mensch?

00:07:07: Ich

00:07:09: was warst Du für Tochter, Schwester.

00:07:12: Wie warst du als junge Frau damals?

00:07:15: Ich hatte nicht sehr viel Selbstbewusstsein würde ich sagen.

00:07:18: also ich war eher immer sehr ruhig.

00:07:21: auch sehr glaube ich... Also wenn ich sie jetzt so definieren kann.. Ich habe jetzt in den letzten Jahren auch viele über mich gelernt.

00:07:30: bin ich eher ein introvertierter Mensch.

00:07:32: Also ich war auch viel im meinem Zimmer.

00:07:33: Ich hab viel gelesen, hab viel gemahlen und war eher zurückgezogen.

00:07:39: Mein Bruder ist eher das Gegenteil.

00:07:43: Er war ein bisschen laut?

00:07:44: Oder was heißt das Gegnteil?

00:07:47: Naja, er ist glaube ich eher so der, der viel rausgegangen ist.

00:07:51: Viel mit Freunden getroffen hat sich viel mit Freundengedroffen.

00:07:54: ja.

00:07:55: also Ich war eher so.

00:07:56: das ruhigere zurückgezogene sag' ich jetzt einfach mal zu

00:08:03: Ja, Winne wäre auch interessant was dann andere Leute sagen.

00:08:07: Genau, das

00:08:07: weiß ich natürlich jetzt nicht.

00:08:09: Aber ja genau... Ich habe dich auch gefragt, wie ist so das Selbstbild und so fühlt sich es ja für dich an oder wo hat es sich für dich angefühlt?

00:08:19: Ja,

00:08:20: genau.

00:08:22: Ich würde gerne jetzt

00:08:23: auch

00:08:24: wissen ob du mich da noch mal mit in den Tag nehmen kannst als dein Bruder verstorben ist.

00:08:34: Wie hast du davon erfahren, wie war der

00:08:38: Tag?

00:08:41: Es war an sich nicht so einfach für mich.

00:08:45: Meine Tochter war damals knapp über ein Jahr und jetzt muss ich zählen vier Monate.

00:08:57: Und ich muss schon sagen es war ja von dem dass er Krebs hat haben wir ja erst ein Jahr davor erfahren.

00:09:07: Also das ging alles sehr, sehr schnell und da war die Sophie damals eben so ein halbes Jahr vielleicht alt.

00:09:16: Und darum weiß... also es ist tatsächlich kaum ich an gar nicht mehr so viele erinnern und zufällig habe ich vor zwei Tagen bei meinen Eltern und wir haben auch nochmal darüber gesprochen gehabt Weil ich sagte, ich kann mich an gar nicht so viele erinnern.

00:09:32: Und dann hat mein Papa gesagt, na ja der Körper hat schon ein bisschen einen Selbstschutz auch.

00:09:38: Also ich habe mich sehr auf die Sophie konzentriert und vielleicht ist es mir damals alles zu viel geworden.

00:09:45: Ich kann mich nicht mehr so viel erinneren weil ich mich viel um die Sophie damals gekümmert hatte wie sie so klein war.

00:09:52: Ich war Zuhause und das war irgendwie eine schwere Zeit Und drum ist, glaube ich, viel verloren gegangen.

00:10:02: Also du heißt... Du kannst dich jetzt nicht dran erinnern?

00:10:05: Kannst du dich irgendwie daran erinneren wie sich dein Körper angefühlt hat?

00:10:09: Nee.

00:10:10: Das weiß ich nicht mehr.

00:10:11: Also an den Tag, wo ihr versturmt seid, kann ich mich schon noch erinnernen.

00:10:14: Da war mein Krankenhaus, der war auf der Intensivstation und das weiß ich schon auch hier.

00:10:20: Und dein Bruder hatte auch Ich weiß nicht.

00:10:25: Freundin, Frau zu dem Zeitpunkt?

00:10:27: Ja, eine Frau.

00:10:28: Die haben noch geheiratet kurz davor genau.

00:10:32: Und wenn ich das richtig verstanden habe war sie schwanger auch an derzeit.

00:10:39: Wer war dann damals in den ersten Wochen oder Tagen für dich da ...

00:10:44: Weiß ich nicht mehr!

00:10:46: Das ist wirklich ganz viel irgendwie so...

00:10:49: Genau, ich weiß die Tage dann noch nicht mehr.

00:10:52: Okay Das Thema, über das wir ja heute auch sprechen wollen ist, dass danach ein Schweigen irgendwie eingezogen ist.

00:11:01: Bei der Familie ... irgendwas war unausgesprochen.

00:11:08: Wie hat sich das Verhältnis geändert?

00:11:11: Und wann hast du das erste Mal gemerkt für dich?

00:11:15: Kannst du hier nicht offen sprechen?

00:11:18: Also ich glaub so bewusst wahrgenommen, Mein Eltern ist dann wirklich auch schwierig geworden.

00:11:28: Ich habe dann ja noch zweites Kind bekommen und beziehungsweise es ist ja dann erst dann noch meine Nichte auf die Welt gekommen im August, also der Martin ist verstorben.

00:11:41: im Juni und im August kam dann das Baby.

00:11:45: Es war eine Frühgeburt Und die haben sich halt ein ganz viel darum gekümmert einfach was natürlich okay war Und ich hab mich dann auch zurückgenommen, aber vielleicht habe ich mich tatsächlich auch zu sehr zurückgenommen und hab mich selbst quasi so ein bisschen ins Abseits gestellt.

00:12:04: Weil die haben sich halt darum gekümmert auch.

00:12:09: Ich hatte auch nie mehr ... Also sehr lange auch nie das Gefühl, dass ich meine Eltern für mich hab.

00:12:19: Da hab ich mich dann ... Das hab ich ihnen so, aber tatsächlich... dumme Reise nie erzählt.

00:12:25: Immer wenn ich sie dann besucht habe mit meinen Kindern, war ich halt nie allein mit ihnen, sondern es waren immer meine Schwägerinnen und die Maxi da.

00:12:38: Also so habe sich empfunden, dass ich mich mal gefreut hätte, wenn sie quasi mich wahrnehmen und die Kinder aus ihrer Sicht vielleicht tatsächlich nicht so war.

00:12:50: aber ich hab's so empfundet.

00:12:52: Hab's aber auch nie gesagt, sondern hab mich tatsächlich dann immer eher mehr zurückgezogen.

00:12:57: Anstelle das dann auszusprechen und zusammen.

00:12:59: Das passt mir nicht.

00:13:02: D.h.,

00:13:03: die haben dann zusammen gewohnt?

00:13:05: Genau, so Haus-Tür an Haustür.

00:13:07: Also

00:13:09: wie so ein Doppelhaushälfte.

00:13:11: Und wenn du zu Besuch warst ... Ach ja!

00:13:13: Dann

00:13:14: kommt

00:13:14: man gleich mit rüber und können Kinder vielleicht spielen.

00:13:18: Das war der Gedanke?

00:13:19: Ja, war natürlich klar und logisch.

00:13:23: Aber für mich war es irgendwann halt so, dass ich gesagt habe, na ja.

00:13:29: Ich würde gern mal die Eltern auch für mich haben oder meine Kinder wollen ihre Großeltern einmal für sich haben.

00:13:38: Warum hattest du das Gefühl, dass du da nichts hätte sagen können?

00:13:42: Keine Ahnung vielleicht hab' ich mich nicht getraut.

00:13:46: Aber vor was hatt'st du Angst?

00:13:47: Ich weiß es nie.

00:13:48: Vor Ablehnung vielleicht.

00:13:53: Und die Möglichkeit Deine Eltern zu dir kommen, gab's die nicht?

00:13:58: Oder

00:13:58: ... Ist nicht so oft vorgekommen.

00:14:01: Weil da wär noch mal ein anderer Saum als in der Hälfte zu Hause gewesen.

00:14:05: Es ist zur Geburtstag schon, aber da waren ja eh alle zusammen

00:14:10: und ... Da waren auch wieder alle da, dann war es doch nicht mit deinen Eltern zu zweit.

00:14:15: Mein Papa kann ich mich erinnern, der kam tatsächlich ein paar Mal vorbei Mit einem zweiten Kind, mit dem Thomas dann öfter spazieren gegangen oder hat ihn rumgeschoben.

00:14:30: Und du hast auch gerade gesagt, dass du dich dann so ein bisschen zurückgezogen hast?

00:14:35: Wie sah das aus?

00:14:36: Hast du dich nicht mehr so häufig gemeldet?

00:14:40: Genau ich habe mich einfach noch mal so häufig gemacht.

00:14:44: Du dann aber trotzdem den Wunsch, dass die sich vielleicht melden.

00:14:47: oder ist es da nicht passiert?

00:14:51: Ja, tatsächlich ist es so, dass ich immer gewartet habe, dass sie sich melden.

00:14:56: Dass sie kommen und ...

00:14:58: Aber das ist nicht passiert?

00:15:00: Nee.

00:15:01: Das kennt man, finde ich, oft irgendwie in ganz diversen Situationen, dass man darauf wartet, dass sich die andere Person meldet und

00:15:09: so.

00:15:10: Jetzt hab' ich mich jetzt schon zweimal gemeldet, wenn's der anderen Person wichtig wäre!

00:15:16: Ich weiß nicht irgendwie, fühlt sich das immer wie eine Abwärtsspirale an.

00:15:20: Genau und ich meine was ich natürlich jetzt schon gelernt habe vielleicht sehr spät jetzt aber jetzt ist schön so dass ich weiß wenn sich etwas ändern sollte muss ich es ändern ja dann muss ich einfach auf die Leute zugehen oder auf diese Situation zu gehen ganz einfach Und... Jetzt klappt's ja auch ganz gut.

00:15:43: Und dieses Schweigen das hat ja also dass du nicht ... dich geöffnet hast oder gesagt hast so, es wäre schön wenn ihr mal auch mehr mich seht.

00:15:56: Das hat sich ja dann in die Länge gezogen.

00:15:59: Was hat das mit dir gemacht?

00:16:00: Wie hat sich das bei dir... was hat sich in dir verändert?

00:16:05: Schwierige Frage ich weiß es nicht.

00:16:06: Ich kann mich jetzt so akkut jetzt gerade nicht so raus, sprudeln gerade nicht zu Hause, was es mit mir gemacht hat.

00:16:18: Ich weiß nicht, ob ich jetzt von Kind auf schon immer so war oder ob sich das dann einfach mit der Zeit auch immer mehr entwickelt hat.

00:16:27: Ich bin ein sehr anpassungsfähiger Mensch und habe mich immer in der Situation angepasst.

00:16:31: Das war eigentlich egal, in welche Situation ich gekommen bin.

00:16:38: Also du hast dich an diese Situation angepastet?

00:16:40: Dein

00:16:40: Bruder

00:16:41: war nicht mehr da, deine Eltern waren auch räumlich sehr viel ... waren dann näher an deiner Schwägerin dran.

00:16:52: Und wie weit entfernt hast du da gewohnt?

00:16:57: Also wir haben im gleichen Dorf gewohnd, mal mit dem Auto ein paar Minuten nur drei oder vier Minuten.

00:17:07: Eigentlich nach beieinander

00:17:09: Seite.

00:17:09: man meine dass das ja also trotz Nähe kann nicht große Luft entstehen.

00:17:15: noch

00:17:17: sind dann da irgendwie wie ungeschriebene Regeln entstanden dadurch für dich?

00:17:23: Du hattest ja auch noch zwei Kinder und dann irgendwie, wann man die Großeltern sieht oder nicht zieht.

00:17:29: Oder für dich auch, wie man mit den Eltern umgeht?

00:17:33: Nee eigentlich nicht.

00:17:35: Also meine Eltern ... Also wenn ich jetzt mal auf sie zugekommen bin und gesagt habe, Mensch, wie will ich?

00:17:41: Ich möchte mit meinem Monitor das Wochenende wegfahren.

00:17:45: Und das haben wir durchaus auch in Anspruch genommen.

00:17:48: Dann haben es die Kinder auch genommen.

00:17:49: Das war nie ein Thema, dass sie gesagt haben, naja klar, bring's vorbei!

00:17:52: Und dann vor dem Freitag weg und kommt am Sonntag wieder oder so.

00:17:56: Also das ging immer ... Die Kinder sind auch gern dort geblieben.

00:17:59: Das ist auch immer gut.

00:18:02: Und du hast nach einer sehr lange Zeit des Nicht-Rüberredens irgendwann den Mut gefasst, doch deine Mutter anzusprechen.

00:18:17: Wie viele Jahre sind vergangen bis

00:18:22: du ... Bis ich den Mut hatte?

00:18:24: Bis du den Mut hattest.

00:18:26: Oh, lange Zeit!

00:18:28: Jetzt muss ich wirklich überlegen... Wie viele Jahre sind verkauft?

00:18:41: Also ich weiß nicht, es ist tatsächlich erst zu vor fünf Jahren ungefähr.

00:18:43: Das schätze ich jetzt mal so.

00:18:45: fünf bis sechs Jahre, also länger glaube ich noch nicht.

00:18:49: Was hat sich verändert das du dir gedacht hast?

00:18:51: Ich will jetzt doch ansprechen diese Thematik und vielleicht kannst du genau... Vielleicht bevor wir anfangen.

00:18:59: was war eigentlich das Thema für dich was du ansprechen wolltest?

00:19:06: dass es für mich eine sehr schwierige Zeit war und ich mich immer so ein bisschen aufs Abstellkleis gestellt, gefühlt habe.

00:19:14: Und ich wollte ihr das einfach mitteilen.

00:19:17: Ich wollte ihr sahen und auch sagen, dass es mir dann auch Leid getan hat, dass unsere Beziehung dadurch natürlich auch kaputt gegangen ist, ja?

00:19:29: Dass ich mich zurückgezogen hab weder ihr noch mir die Möglichkeit gegeben hat, das schon früher zu lösen und dadurch unsere Beziehung einfach auch wieder gutzumachen.

00:19:42: Es sind eigentlich so viele verlorene Zeiten da eigentlich immer mit sich hadert und denkt an... naja es ist ja jetzt nicht super schlecht aber es ist auch nicht so super wohlfühl.

00:19:57: Meine Eltern waren ja auch immer älter und man denkt so, wie viel Zeit haben wir denn noch?

00:20:02: Um wirklich im Reinen zu sein miteinander.

00:20:06: Und das hat es glaube ich auch ausgemacht, dass ich sage jetzt muss ich einfach den Schritt gehen.

00:20:11: Also das war ein Gedanke wo du dann gemerkt hast, wieviel Zeit bleibt uns eigentlich noch und was will man eigentlich mit der Zeit die man noch hat zusammen irgendwie erleben?

00:20:24: oder in welcher

00:20:26: Qualität soll sie haben?

00:20:28: Hast du davor, auch innere Gespräche schon davor geführt?

00:20:35: Also zum Beispiel jetzt mit deiner Mutter.

00:20:37: Du hast jetzt gerade von deiner mutter gesprochen nicht von deinen Eltern sondern von der Mutter.

00:20:43: Ich glaube ja die ganze Auslöser muss ich zu viel von meinem Leben eingehen dass auch ich selber so im in meiner zweiten Lebenselfte.

00:20:54: Jetzt gemerkt habe, was will ich denn noch oder wer bin ich und was macht mich aus?

00:20:59: Und da kommt man halt nun mal rückblickend auf viele Situationen im Leben die man durchlebt hat und ich dann halt festgestellt hab dass ich das alles hätte viel besser machen können, viel mehr reden, vielmehr über meine Gefühle sprechen damit ich wahrgenommen werde und mich selber auch spüre.

00:21:19: Und das wollte ich halt einfach in Angriff nehmen, deswegen wollte ich die Beziehung besser machen.

00:21:29: Einfach für mich selber um wieder Gutes zu tun.

00:21:35: War dann die Beziehen mit einer Mutter noch mal sehr anders als sie zu deinem Vater?

00:21:41: Ja tatsächlich... Ich weiß nicht, vielleicht ist so Tochter-Mutterbeziehung doch immer so was ... Bei meiner Mama hatte ich auch immer das Gefühl, dass ich ihr zeigen möchte.

00:21:56: Was ich kann oder was ich ... So ein bisschen so aus Sicht eines Kindes einen Lob zu bekommen, eine Anerkennung zu bekommen.

00:22:09: und darum glaube ich spreche jetzt sehr viel von meiner Mama weil ich habe das Gefühl dass mich das mehr berührt hat, die Beziehung zu ihr.

00:22:18: Die Beziehungen zu meinem Vater war glaube ich besser.

00:22:23: Also gefühlt, also vom Inneren gefühelt besser wie zu meiner Mutter.

00:22:28: Was heißt es genau?

00:22:29: Da habe ich nicht so den... ...die Erwartungshaltung zu mir selber.

00:22:36: Dass ich eine Anerkennung bekomme Das hab' ich bei meinen Papa nicht gebraucht oder gefühlt brauche ich denn nicht.

00:22:43: Sondern vielleicht weiß ich es einfach, dass das gut so ist wie ich bin bei meiner Mama nicht.

00:22:51: Und über diese, ich sage mal, Grupp zwanzig Jahre war da die Beziehung zu deinem Vater auch noch besser als jetzt mit deiner Mutter?

00:22:59: Gefühlt ja tatsächlich.

00:23:02: Du hast von auch gemeint, dass er einmal vorbeigekommen ist und dann mit einem Sohn spazieren gegangen ist.

00:23:08: So was ist mit einer Mutter nicht passiert, dass sie mal vorbeikam?

00:23:13: Sie hat mich schon immer unterstützt.

00:23:17: Ich kann mich erinnern da war die Sophie auch gerade so ein bisschen einen halb oder so und da habe ich so ein paar Stunden gearbeitet.

00:23:25: Da kam sie schon vorbei und hat dann die Sophie genommen.

00:23:27: Da kommen sie zu mir und haben gesagt, sie passt in den Stunden auf.

00:23:31: das hat sich schon gemacht.

00:23:33: aber ... So Mutter, Tochter ist einfach alles.

00:23:43: Also ich weiß nicht so mein Papa glaube ich hat auch nie so viel sagen müssen sondern da.

00:23:49: also ich habe mich selbstständig gemacht als Fotografin doch hat er einfach auch immer geholfen.

00:23:54: das war irgendwie immer so eine Selbstverständlichkeit zwischen uns.

00:23:58: also da hat es nicht so viele Worte gebraucht.

00:24:01: Bei meiner Mama hab ich immer das Gefühl, dass man viel zu wenig Worte gibt.

00:24:06: Wir benutzen so wenige Worte für unsere Beziehung, hab ich das Gefühl.

00:24:13: Du hast vorhin gesagt, dass du die Qualität für die Zukunft ... Dass es auch so ein Antrieb war?

00:24:21: Würdest du sagen, diese zwanzig Jahre, dass da die Qualitet an Zeit einfach durch dieses Schweigen eine Kühle ... zwischen euch war?

00:24:34: und ich sage mich was es dich noch gekostet hat also vielleicht auch die Beziehung mit deinen Kindern zu den Großeltern.

00:24:44: Was für einen Preis du da zahlen musstest, für dieses Schweigen?

00:24:50: Also ich glaube dass meine Kinder selber das glaube ich gar nicht so mitbekommen Also nicht so gemerkt haben, glaube ich nicht.

00:25:01: Ich glaube nicht dass die Qualität zu den Großeltern darunter gelitten hat, glaube jetzt nicht.

00:25:10: Ich hab da auch schon mal mit meinen Kindern darüber geredet und die haben gesagt, nee.

00:25:14: Da habe ich auch schon einmal drüber gereden.

00:25:15: Also ich hab natürlich auch mit meinen Kindern über diese Situation gerede.

00:25:18: Du weißt was das mit mir gemacht hat oder wie sie sich empfunden haben?

00:25:22: Und die haben immer noch gesagt, es war doch toll!

00:25:24: Es war auch toll dass die Maxi da war und es war alles super.

00:25:28: Also tatsächlich nur meine eigenen Empfindungen.

00:25:30: Das muss man schon dazu sagen ist einfach meine eigene Empfindung dazu.

00:25:34: Ja, ja das stimmt also... Ich find's manchmal krass, wie ich in Situationen oder wie ich Situationen erlebe.

00:25:44: Die mir vielleicht unwohl waren und ich mir denk mein Gegenüber muss es doch spüren.

00:25:50: Das war jetzt so eine komische Situation oder der Besuch war so angespannt.

00:25:58: Und ich kann mir gar nicht vorstellen, wie Menschen das dann nicht wahrnehmen oder vielleicht nicht spülen.

00:26:04: Weißt du, was ich meine?

00:26:06: Ja.

00:26:06: Ich weiß dir sehr gut, was du meinst!

00:26:10: Und wenn man dann manchmal im Nachgang mit den Leuten redet und ja war das unangenehm ... Nö, es war doch eigentlich ganz normal.

00:26:20: Und diese Stimmung im Raum, so eine Luft die da irgendwie zwischen einem ist... Das wirkt für mich teilweise so präsent.

00:26:31: Ich finde es manchmal unbegreiflich, dass das nicht wie geschrieben steht.

00:26:35: Also, dass die Leute nicht merken?

00:26:36: Dass die anderen nicht merke.

00:26:38: Es geht mir schon auch so, wo ich ... Das muss man doch merken, dass da was nicht stimmt oder dass die Stimmung seltsam ist oder so.

00:26:46: Ja.

00:26:49: Du hast dich dann ja dazu gesagt entschlossen mit deiner Mutter also es war ein eine bewusste Entscheidung dieses Gesprächs mit einer Mutter zu führen.

00:26:57: Genau

00:26:58: Wie hast du dich das auch vorbereitet?

00:27:01: Ich habe mit meiner Mama dann einen Ausflug gemacht über das Wochenende.

00:27:05: Wir sind weggefahren, nur wir beide und hab mir dann gedacht dass es vielleicht wirklich mal eine gute Situation wenn man dann essen geht und auch längere Zeit zusammen ist.

00:27:17: weil also für mich ist das immer total schwierig wenn ich...wenn er jetzt ein Besuch macht ja man ist nur zum Kaffee trinken da und dann ist sie auch nicht so dass man immer alleine dann ist Das dann so sofort irgendwie anzusprechen ist dann total schwierig.

00:27:33: Und da habe ich mir gedacht, dass wir doch ein ganzes Wochenende zusammen ... Wir sind nach Österreich gefahren, eine lange Autofahrt und das sich da erst mal ein bisschen Vertrauen aufbaut, einfacher zusammen sein um es dann anzuspreichen.

00:27:49: Aber du hast das Gesprächen nicht im Auto?

00:27:51: Angefangen.

00:27:56: Im Auto war erst mal so ein Lille von der anderen Person zu spüren.

00:28:00: Genau,

00:28:00: erstmal einfach auch länger Zeit wieder zusammenzusehen.

00:28:04: und ja...

00:28:06: Hattest du vor dem Gespräch schon eine Erwartung?

00:28:10: Was du von deiner Mutter erwartest?

00:28:12: also sei es Antworten oder Verständnis?

00:28:17: Nein, ich habe da keine Gedanken drüber gemacht.

00:28:21: Ich glaube, dass es auch sehr positiv für einen selbst immer nicht mit zu Erwartungen sein geht.

00:28:27: Weil die Person gegenüber wahrscheinlich total anders reagiert und dann kann keine Enttäuschung entstehen.

00:28:34: aber ich nehme an, dass du trotzdem sehr innerlich angespannt warst

00:28:39: oder wie?

00:28:41: Ja ja klar weil es ist auch ... Wie spricht man was an und welche Worte wähle ich um... Ja, dass sie versteht wie es mir geht und dass ich ihr das auch sagen kann.

00:28:59: Wo hast du dann dieses Gespräch angefangen?

00:29:02: Wie war dir zu zweit in einem Raum oder bei einem Spaziergang?

00:29:14: Wir waren in der Pension wo wir waren.

00:29:16: Wir haben im Zimmer gesessen und haben glaube ich noch was getrunken Und da habe ich das dann angesprochen, genau.

00:29:23: Und wie hast du da begonnen?

00:29:26: Naja eigentlich ja dass es mir gut tut mit dir jetzt mal auch wegzufahren wieder mit ihr alleine immer längere Zeit zusammen zu sein weil man das eigentlich nie.

00:29:37: und dann bin ich eben so auf die Gefühle angegangen und wie sehr ich das vermisst hab einfach auch.

00:29:44: also ich weiß es noch so in meiner Jugendzeit Da haben wir unglaublich viel miteinander unternommen.

00:30:00: Wir haben eigentlich immer ein gutes Verhältnis gehabt und es ist dann über so viele Jahre nicht besonders toll gewesen, ich hab das auch vermisst!

00:30:10: Und

00:30:13: ihr habt zu zweit auch viel unternomen oder in der Familie?

00:30:16: Nee, zu zweiter.

00:30:19: Was habt ihr da so gemacht?

00:30:21: Oh, mein Mama ist mit mir auf die Duldgegungen zum Beispiel oder einkaufen.

00:30:25: Also meine Mama ist sehr gut in Shopping.

00:30:30: Die kann ich immer fragen... Ich bin in Kleiderkauf, die vollenieht ja.

00:30:34: aber mit meiner Mama können wir immer

00:30:36: gut einklaufen

00:30:37: gehen!

00:30:38: Es schätze ich sehr an Sie.

00:30:40: Sie ist gelernte Schneiderin und wenn ich gesagt habe, was ich weiß nicht das passt alles nicht und so sie muss da einen Blick drauf werfen, sie muss mit mir einkaufen gehen.

00:30:51: Sehr gut!

00:30:52: So eine Kompetenz irgendwie in der Nähe zu haben und dann auch zu wissen okay was steht mir?

00:31:01: Das machen meine Kinder auch noch so.

00:31:04: Jetzt waren ja einige Hochzeiten.

00:31:09: Also der Thomas meint so und so, ich glaub da muss sich die Oma anrufen.

00:31:12: Die Oma muss mit mir anzukaufen gehen?

00:31:15: Wow!

00:31:16: Ja

00:31:16: ist es wirklich so...

00:31:18: Dass wir mit der Oma dann auch anzukauen will nicht

00:31:21: echt.

00:31:24: Okay das heißt du hast erst mal angefangen mit diese Verbindung zu schaffen in dem Gespräch mit deiner Mutter.

00:31:31: Wie ging's dann weiter?

00:31:34: Meine Mama war tatsächlich sehr überrascht wie ich das empfunden habe, wie es für mich war.

00:31:41: Und es hat ja dann auch Leid getan, dass mir so vorgekommen ist und rübergekommen sind, dass sie sich dazu wenig gekümmert hätten um mich oder dass ich mich so ausgeschlossen gefühlt hab – das war nie ihre Absicht!

00:32:00: Wie war das für dich, das zu hören?

00:32:04: zu trennen, muss ich gleich weinen.

00:32:10: Das heißt es war ein... also wie würdest du den Moment dann beschreiben für dich als das irgendwie so zwischen euch, als das dann offen war?

00:32:21: Als du es ausgesprochen hatte und auch deine Mutter reagiert hatte?

00:32:25: Ja gelöster, so einen Stein der Einfahrt schäft.

00:32:30: Ja und seitdem haben wir eigentlich jetzt öfter schon solche Gespräche geführt, dass man auch über meine Kindheit gesprochen hat.

00:32:37: Und ihre Visine junge Mutter war wie für sie das war, das Leben in der Familie also als junge Mama und in der Familien.

00:32:48: Wir haben jetzt einfach wirklich schon gute Gespräche gemacht weil ich auch gesagt habe erzähle doch mal so vom Wie ich klein war, da kann ich mich gar nicht so viel erinnern.

00:33:01: Dann gesagt hat, wie war das?

00:33:03: Wie ich Klein war und was für dich ... Sie ist auch sehr jung, Mama geworden.

00:33:09: Und ja genau, das muss echt schön auch mal so ihres sich zu sehen, was sie gefühlt hat.

00:33:14: Wie für sie das Leben war und sich entwickelt hat.

00:33:18: Das hat man vorher so nie gemacht und das finde ich ganz schön.

00:33:23: Habt ihr jetzt seit diesem Gespräch wieder häufiger ausflüge?

00:33:29: Ja, wir versuchen schon aber jetzt nicht so konkret.

00:33:34: Wie war das dann an dem Wochenende?

00:33:36: Das Gespräch war ja mit deiner Mutter an einem Abend.

00:33:41: Aber dann ist man ja nicht direkt nach Hause gefahren sondern man hatte noch Zeit zusammen.

00:33:45: Wie waren die restliche Zeit und wie war da die Stimmung zwischen euch?

00:33:50: Sehr entspannt!

00:33:52: an die Wochenende auch ein Verwandtschaftsbesuch gemacht.

00:33:56: Und das war eigentlich ein sehr schönes Wochenende, ja?

00:34:00: War das für dich einen deutlichen Unterschied der Weg im Auto hin und der Weg in den Auto zurück?

00:34:04: Ja schon, ja.

00:34:06: Wie war dir Rückfahrt?

00:34:08: Auch mir um viel geredet auch.

00:34:11: Habt ihr dann auch über dein Bruder wieder gesprochen angefangen zu sprechen oder war es eigentlich nicht Teil... Nein,

00:34:18: das waren Nicht-Teile.

00:34:19: von her ging's eigentlich um die Beziehung zwischen uns.

00:34:23: Und wie war dann, ich nehme an zu Hause.

00:34:25: Hab natürlich deine Mutter und dein Vater auch gesprochen?

00:34:29: Nimm mich an!

00:34:32: Hat dein Vater dich da noch mal auf dieses Thema angesprochen?

00:34:35: Ja das weiß ich jetzt tatsächlich nicht weil es ist schon so lange her.

00:34:41: Ich kann jetzt gar nicht sagen was ich jetzt nicht.

00:34:43: Aber es war nicht dass sich mit deinem Vater nochmal irgendwie da groß eine Veränderung... abgespielt hat zwischen euch beiden?

00:34:51: Nein, das ist nett.

00:34:54: Wir hatten vor kurzem auch wieder... Da ging es eigentlich jetzt mehr um meinen Papa.

00:34:59: Also wir hatten vor Kurzem auch tatsächlich wieder noch mal ein Gespräch aber da ging's jetzt so um die aktuelle Situation und ihr... Es kommen immer mehr Sachen hoch wo ich sage ja ich möchte einfach über Themen sprechen.

00:35:14: Kannst du das auch mit deinen Kindern?

00:35:17: Ja, tatsächlich!

00:35:19: Komischerweise mit meinem Sohn Thomas, meiner Tochter.

00:35:23: Aber ja und ich versuch das auch zu fördern.

00:35:27: Ich versuch es auch wirklich aktiv einzufordern, dass man auch gute Gespräche und über Gefühle sprechen und was einem bewegt und was Schwieriges.

00:35:39: Also versuchst du schon anders als du es vorhin gesagt hattest?

00:35:45: dass du als Kind nicht wirklich gelernt hast, wie man über Gefühle redet.

00:35:50: Das versuchst du jetzt deinen Kindern beizubringen?

00:35:54: Wie macht man so was?

00:35:58: Ja ich glaube am einfachsten auch offen über seine eigene Gefühlle zu sprechen.

00:36:03: und oder ja bei meinem Thomas war es zum Beispiel auch so... Es war ja auch eine Scheidung dann auch eine schwierige Zeit und dass ich auch direkt nachgefragt habe, wie es für ihn war.

00:36:19: Und ja über schwierige Situationen versiert seitdem im Privaten einfach auch.

00:36:28: Und mit deinem Sohn läuft das leichter als mit deiner Tochter?

00:36:31: Ja, komischweise ja!

00:36:35: Also vielleicht ist das einfach so ein Mutter-Tochter-Ding – Ich weiß es nicht.

00:36:39: Da bin ich leider nicht in solchen... Da geriet mich nicht aus.

00:36:44: Wieso komischerweise?

00:36:47: Ja, weil das Verhältnis zu meiner Mama oder da ehrlich zu drüber sprechen und über Gefühle zu sprechen auch viel schwieriger ist für mich.

00:36:57: Oder weiß ich nicht... Man versucht es mir irgendwie so zu umgehen.

00:37:01: Und ich hab' das Gefühl dass mit meiner Tochter mir so

00:37:05: etwas dreht sich weiter so.

00:37:07: Ja schon!

00:37:08: Ich glaub' es.

00:37:09: So von einer Generation zu anderen.

00:37:11: Ich glaube, wenn man jetzt so meine Mama fragt, fragen würde die wird sagen ja mit meiner Mama was genau?

00:37:17: Das wäre

00:37:18: jetzt mal spannend so eine Generation zu wissen

00:37:21: wie das jetzt halt, wie sie das mit ihrer Mama gemacht haben ob sie wirklich über Gefühle gesprochen habe oder ob sie ja auch wie da das Verhältnis war oder die Erwartungshaltung oder wie immer.

00:37:33: erst wär ich jetzt spannend ob ich jetzt versuch... das zu durchbrechen von einer Generation auf die andere.

00:37:41: Ja, es gibt ja dieses Phänomen, dass sich Sachen in der Generation auf den Nächsten übertragen.

00:37:49: oder wenn du was erlebt hast und dann erfährt ist die nächste Generation irgendwie dieses Gefühl oder wie du dich verhältst, was dann weitergegeben wird?

00:37:58: Oder wenn du jetzt mit deiner Mutter da so ein bisschen ... Ich weiß nicht, ob ich es angespannt ist.

00:38:04: Nee, angespanntes Verhältnis ist das falsche Wort.

00:38:07: Aber einfach die Art und Weise wie du mit deiner Mutter umgehst wird ja auch wieder wahrgenommen ...

00:38:15: Der kleine Spürn ist ja auch

00:38:17: hier.

00:38:18: Kannst du dich an deine Großmutter erinnern?

00:38:20: Ich komme mich an beide Großmütter erinneren.

00:38:23: Und kannst du da noch was wahrnehmen?

00:38:28: Also tatsächlich also die... Oma Mütterlicherseits, wo habe ich mich als Kind wohlgefühlt.

00:38:38: Aber war tatsächlich auch immer eher oberflächlich gut und man hat sich auch so wohl gefühlt aber nicht in die Tiefe gegeben.

00:38:52: Und Väterlicherseits die war sehr herzlich.

00:38:55: Die Oma hat uns auch immer gedrückt.

00:38:57: Das war tatsächlich anders.

00:39:05: Was würdest du Menschen sagen, die in einer Situation sind?

00:39:09: Egal ob mit Familie oder mit Freunden, die auch irgendwas mit sich rumtragen eine Situation, die sie gerne ansprechen wollen würden aber sich nicht trauen oder vielleicht auch denken vielleicht mache ich das jetzt hier größer als es ist und dann reise ich hier irgendwas auf Und ich ... ja, mit Menschen die jetzt in einer ähnlichen Situation vielleicht im Moment sind, in der du jetzt zwanzig Jahre lang

00:39:41: warst.

00:39:42: Also wie gesagt vor kurzem hatte ich ja noch mal ein Gespräch mit meinen Eltern und da haben wir dann auch nochmal den Tod angesprochen von Martin und wie das damals für mich war.

00:39:54: und was hätten wir besser machen können?

00:39:58: Da haben wir eigentlich alle drei gesagt Wir hätten echt eine Familientherapie machen sollen.

00:40:03: Wir hätten wirklich vielleicht jemanden gebraucht, der uns ein bisschen anleitet, der mit uns arbeitet und dass wir einen Raum schafft und das wir miteinander drüber reden können.

00:40:16: Dass jeder auch den anderen wahrnimmt oder seinen Schmerz zeigen kann.

00:40:26: Und es hat jeder so vielleicht mit sich selbst ein bisschen ausgemacht.

00:40:32: Klar hat jeder seine eigene Art, das zu verarbeiten mit Sicherheit.

00:40:37: Aber ich glaube den anderen das zu zeigen oder darüber zu sprechen wäre gut gewesen.

00:40:45: ja und das lege ich schon nahe dass man echt es nicht irgendwie klar hat jeder ein eigenes Tempo das zu Verarbeiten oder wir als einer zieht sich vielleicht mehr zurück aber trotzdem so miteinander mehr er miteinander ... wäre schon gut.

00:41:02: So würde ich echt

00:41:03: empfehlen.".

00:41:05: Und mit einer externen Person, die auch in dem Fach Spezialistin ist?

00:41:12: Ja.

00:41:14: Fällt dir da noch sonst noch was ein, was du sagen könntest zu so einer Person?

00:41:21: Ja einfach wirklich zu lernen über seine Gefühle zu sprechen sich nett zurückziehen also es Auch um Hilfe bitten.

00:41:36: Ich glaube, ich bin jetzt auch nicht gerade eine supergute Person da drin zu sagen hey ich brauche Hilfe und ich schaffe das alleine nicht.

00:41:47: Es kommt vielleicht so ein bisschen aus der Erziehung weil meine Eltern mich auch so erzogen haben zu sagen ey komm Anja, das schaffst du schon!

00:41:58: Das ist kein Problem, das kriegst Du schon hin Und es setzt sich natürlich schon fest dass ich sage na ja Ich schaff das ja.

00:42:05: Das kriege ich schon hin, aber ich habe es halt ... Aber darum so wirklich zu bitten und sagen hey, ich brauche Hilfe oder ich krieg das alleine nicht gebocken.

00:42:13: Das hab' ich jetzt so nicht

00:42:15: gelernt.".

00:42:16: Und irgendwie schafft man's ja auch?

00:42:18: Ja,

00:42:18: genau!

00:42:19: Ich schaffe sie auch.

00:42:21: Aber die Frage ist oft wie ... Wie schafft mans dann?

00:42:25: Es gibt ja mehrere Wege.

00:42:27: Genau, wie viele Federn lässt man auf den Weg.

00:42:30: Ja, es gibt leichtere Wege.

00:42:32: Also man muss ja nicht alles alleine machen.

00:42:34: also auch wenn man finde ich manchmal Menschen Hilfe anbietet und sagt bitte melde dich oder sag was du brauchst und dann gibt's ja echt wirklich... Ich kenne viele Leute die sagen nee ich schaffe das auch alleine oder ich will gerade keine Hilfe annehmen weil dann habe ich das Gefühl nicht mal das schaff' ich.

00:42:54: Genau richtig genau.

00:42:56: Wo ich mir denke Aber eigentlich voll schade, wenn schon jemand anbietet zu unterstützen und das ist ja auch nicht selbstverständlich dass man Menschen überhaupt im Umkreis hat die einen helfen wollen.

00:43:16: Es

00:43:17: ist eigentlich auch so, also mittlerweile denke ich halt auch so wenn jemand die Hilfe anbitet dann macht er das hier weil er wirklich gerne helfen möchte.

00:43:27: Die Zurückweisung, die er dann erfährt ist ja auch nicht schön.

00:43:31: Es ist viel schöner wenn ich sage na klar du willst mir helfen kommen?

00:43:36: Dann nehme ich dich mit in meinem Boot und machen wir das gemeinsam.

00:43:42: Ist auch für die Person ja schön wenn er nichts zurückgewiesen hat in seiner Hilfestellung.

00:43:48: Ja oder durch Expertise die man in irgendeinem Feld hat oder einfach nur das Dasein... Ich habe noch zwei letzte Fragen für dich, die nichts mit dem Thema zu tun haben.

00:44:04: Und zwar einmal was gibt ihr Zuversicht?

00:44:11: Dass es immer einen Weg gibt das immer Türen zugehen und andere Türene auf gehen auch wenn man's vielleicht in den Moment nicht sieht oder diese Situation im Moment wirklich verflickst ist und man sagt Gott.

00:44:22: also da möchte ich mir jetzt wirklich nicht drinstecken aber ich weiß dass alles vergänglich ist Und dass auch andere Sachen wieder kommen.

00:44:30: Das ist meine Zuversicht!

00:44:35: Was fasziniert dich?

00:44:38: Die Vielfalt im Leben und wie sich alles immer fügt, eigentlich jeder neue Tag, wo einfach Dinge geschehen kommen und gehen.

00:44:49: Das faszineert mich.

00:44:53: Vielen Dank Anja!

00:44:54: Bitte schön!

00:44:58: Das Gespräch mit Anja hat mich sehr berührt.

00:45:01: Es hat mir

00:45:03: nochmal gezeigt, wie wichtig es ist die Momente mit unseren Liebsten wertzuschätzen und auch Themen anzusprechen, die uns vielleicht nicht so leicht fallen.

00:45:14: Denn die Qualität einer Beziehung wird auch von uns selbst mit beeinflusst und wir können ein Gespräch beginnen – auch wenn das noch so schmerzhaft ist!

00:45:26: Wie Anja in dem Gespräch gesagt hat.

00:45:29: Es ist ja nicht nur die Zeit, die wir mit Menschen verbringen sondern auch wie ist die Qualität der Zeit.

00:45:35: Also über was können wir reden?

00:45:37: oder sitzen wir nun nebeneinander und teilen Oberflächlichkeiten?

00:45:44: Ich möchte hier nochmal Danke sagen an Anja dass sie sich dazu bereit erklärt hat hier zu sprechen

00:45:51: und

00:45:52: auch für ihre Offenheit Und eigentlich hatte ich vor, mit Anja über ein ganz anderes Thema zu sprechen.

00:46:00: Also decken es eher um

00:46:03: Thema

00:46:04: Beruf und Leben im Ausland, Umzug... ...und so bin ich auf sie aufmerksam geworden.

00:46:12: Aber sie hat dann in einem Vorgespräch gesagt, da können wir schon drüber sprechen aber da wäre noch was anderes.

00:46:20: für sie viel mehr Mut bedeutet hat.

00:46:22: und so sind wir

00:46:23: dann auf dieses

00:46:24: Thema gekommen.

00:46:26: Und ja, das ist auf jeden Fall ganz besonders ein sehr emotionales Thema hier zu teilen.

00:46:39: Und auch danke an euch dass ihr bis jetzt immer noch hört und solange durchgehalten habt.

00:46:46: wenn ihr eine Person kennt von der ihr meint, sie sollte diese Geschichte die er zu erzählen hat.

00:46:54: Hier teilen dann, meldet euch gerne, gebt den Podcast weiter oder wenn ihr selbst eine Geschichte habt, die ihr gern teilen wollt, dann schreibt mir auch gerne.

00:47:06: ich freue mich auf eure Nachrichten.

00:47:08: bis dahin wünsche ich euch eine gute Zeit.

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